Waldimpressionen Juni 2014

Viele Mädchen im Vorschulalter entwickeln eine Zuneigung zu Pferden.

Wieso?

Vielleicht spiegeln sich einige Wesenszüge in diesem Verhalten. Mitte April, zu Beginn eines warmen und trockenen Waldkindergartentages, begannen zwei sechsjährige Mädchen Stöcke auf den Boden zu legen, um darüber zu springen. Wir erfassten die Situation und legten den Beiden einen längeren Parcour mit verschieden dicken Stöcken und unterschiedlichen Abständen.

Ganz klar, dass solch ein Treiben die Neugier weiterer Kinder erweckte und es dauerte nicht allzu lange, bis die gesamte Kindergartengruppe daran teilnahm.

Zu Beginn rannten sie alle kurz nacheinander über die Strecke, was dann das Problem heraufbeschwor, dass jüngere und entsprechend langsamere Kinder umgangen und gerempelt wurden, sodass einerseits ein ängstliches Verhalten sowie verbale und körperliche Aggressionen zutage traten.

Demzufolge ließen wir, die nach wie vor begeisterten Kinder, zu Beginn der Strecke in einer Reihe antreten. Es durfte von nun ab, immer nur ein Kind seine Geschicklichkeit von Anfang bis Ende zeigen, indem es die verschiedenen Gangarten durch den Parcour bewältigten, entweder von ihnen selbst erdacht oder von uns vorgegeben. Es war erstaunlich wie geordnet diese Aktion ablief, über einen Zeitraum von 30 bis 45 Minuten, sodass jedes Kind mehrmals, mit viel Freude den Hindernislauf bewältigte. Danach verlief sich die Aktion langsam. Das Interesse ließ nach aber es war auch ersichtlich, dass die physischen Kräfte schwanden.

Nur die beiden beginnenden Mädchen verlängerten den Parcour mit weiteren Stöcken, bis auch sie sich trollten und sich anderen Beschäftigungen annahmen.

Die Pferdchen hatten sich ausgetobt.